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Pfarrer Paul spricht über Nigeria

 

(EK) In der St. Nikolauskirche in Zepfenhan an einem Nachmittag alle möglichen Plätze fast vollständig belegt, kann nur bedeuten: etwas Besonderes bahnt sich an. Almut Häfele aus dem Seniorenteam, das diesen Nachmittag organisiert hat freute sich, Herrn Dr. Paul Odoeme, Pfarrer seit 9 Monaten in der Seelsorgeeinheit Abba, begrüßen zu dürfen. Pfarrer Paul, wie er gerne genannt wird, begeisterte mit einem Vortrag über seine Heimat und sein Bildungsprojekt in Nigeria. www.kinderhilfe-ugwaku.de


Mit Herzblut berichtete er von seinem Heimatort Uturu im Süden Nigerias mit ca 40000 Einwohnern. Erstaunt zeigten sich die Zuhörer, dass in Nigeria mit 190 Millionen Einwohnern zwar englisch als Amtssprache, darüber hinaus jedoch über 400 Sprachen gesprochen werden. Pfarrer Paul lebt schon viele Jahre in Deutschland und kennt wesentliche Unterschiede dieser beiden Länder. Egal wie arm die Menschen in Nigeria sind, ihr Stolz zeigt sich immer an der farbenfrohen Kleidung, an der Musik und daran, dass die Menschen immer unter Menschen sind. Die Strassen in Lagos, der früheren Hauptstadt Nigerias seien immer fast unüberschaubar mit Menschen gefüllt, was mit er mit vielen Fotos hinterlegte.
Schmunzelnde Gesichter hinterließ eine Anekdote über den Besuch seines Bruders vor ein paar Jahren. Bei einem Gang durch die Strassen seiner damaligen Gemeinde Biberach, schüttelte dieser immer wieder seinen Kopf und fragte ungläubig: Wohnen in den schönen Häusern hier denn keine Leute? wo sind denn all diese Menschen?
Nigeria, ein reiches Land und doch arm - Warum?


Beklommenheit beschlich die Senioren, als Pfarrer Paul darüber sprach, wie reich sein Land an Bodenschätzen ist und die Menschen doch so überaus Arm sind. Korruption in verschiedenen Bereichen ist eines der größten Probleme. Die Reichen in diesem Land sind sehr, sehr reich und die Armen, 70 % der Einwohner Nigerias, leben unter der Armutsgrenze und müssen mit täglich weniger als 1,90 Euro ihren Lebensunterhalt bestreiten. Millionen Menschen könnten nicht leben, wenn ihnen nicht auch aus Deutschland, vor allem aus der Kirche große Hilfe zuteil werden würde.
Ein ganz großes Thema in Nigeria, so Herr Odoeme, sei die teilweise schlechte Bildungsmöglichkeit, was auch ein Grund für die Armut in seinem Heimatland sei. Dies habe ihn veranlasst, mit Hilfe vieler Menschen aus seinem deutschen Umfeld, ein riesiges Bildungsprojekt in seiner Heimatregion in Nigeria zu starten.
Hinter der Kinderhilfe UGKWAKU e.V. verbirgt sich ein gemeinnütziger Verein, der spendenfinanziert schon unglaubliches erreicht hat. Geschaffen durch dieses tolle Projekt wurde seit 13 Jahren, eine Secundary Schule (Gymnasium) und eine Grundschule für je 300 Schülerinnen und Schüler. Für die Kinder und Jugendlichen aus der weiteren Umgebung wurde ein Schlafhaus gebaut und für die anderen 3 Busse angeschafft. Eine Mensa ist fertiggestellt und ein Sportgelände ist im Bau.
Pfarrer Paul erzählte auch über die Zeit, als nur ein Bus zur Verfügung stand. In Deutschland, ist er sich sicher, wäre der Fahrer ins Gefängnis gekommen, als er 30 Kinder in seinem 9 sitzigen Kleinbus jeden Tag zur Schule abgeholt hat.
Um den Kindern auch eine Möglichkeit zu schaffen, einen Beruf zu erlernen, wird schon im nächsten Jahr ein Berufszentrum gebaut werden. Pfarrer Paul, als Initiator dieses immensen Schulprojekts der immer in Verbindung mit dem Verein und den Verantwortlichen in Nigerias ist, wies darauf hin, dass ohne Spenden und Patenschaften für die ganz armen der Kinder, dies alles nicht möglich wäre.
Am Ende seiner überaus interessanten Ausführungen ging Dr. Paul Odoeme noch kurz auf den Beginn seiner Berufslaufbahn ein, als mit elf Jahren in ein Priesterinternat ging und dabei der Hunger sein größtes Problem war. Eines Tages entschoß er sich zu seiner Tante zu gehen, um wie er sagte, eine Woche lang zu Essen, Spielen und zu schlafen. Dann zog es ihn wieder ins Internat, um gestärkt und voller Elan zu lernen und zu studieren.


Staunend, teilweise schmunzelnd und sehr interessiert lauschten die Zepfenhaner Senioren den Ausführungen ihres Pfarrers und waren sich sicher, ein Seniorennachmittag, den sie nicht so schnell vergessen werden. Sonja Bechtold bedankte sich im Namen des Seniorenteams bei Pfarrer Paul, bevor man gemeinsam noch, dem Rahmen entsprechend, eine kurze Andacht betete.